Udaipur

In Udaipur verbringen wir vier Tage und können es so ganz ruhig angehen lassen.

Wir besichtigen u.a. den City Palace Komplex. Mit obligatorischem Audioguide ausgestattet geht es los! Das Gebäude ist noch mehr verwinkelt, als die anderen Paläste, die wir besichtigt haben. Alle Türen sind sehr niedrig (wir beide haben schon das Gefühl uns hier ducken zu müssen) und die Gänge sehr eng. Auch die Innenhöfe sind kleiner – insgesamt wird alles irgendwie ein bisschen zusammengequetscht und wirkt auch etwas zusammengestückelt.

Das liegt wohl daran, dass hier die unterschiedlichen hier residierenden Herrscher immer noch etwas weiteres angebaut haben. Die Anlage ist insgesamt nicht so gut erhalten wie z.B. der City Palace in Jaipur oder Merangarh in Jodhpur, aber dennoch schön. Es gibt ein paar interessante einzelne Zimmer zu besichtigen und der Innenhof mit Garten sieht aus wie in Andalusien.

Es ist sehr voll und laut, weil sich ganz viele Gruppen mit individuellen Reiseführern durch den Komplex schieben. Am Ausgang betrachten wir alles nochmal mit etwas Abstand – insgesamt ist das riesige Gebäude schon sehr beeindruckend.

 

Um 16h nehmen wir das Boot zu Jagmandir Island, was aus der Ferne angeleuchtet wirklich immer toll aussieht und eine sehr beliebte Hochzeitslocation ist. Von Nahem aber gibt es nicht sehr viel zu sehen – die Anlage hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. Nehmen schon um 17h das Boot zurück und genießen einen schönen Sonnenuntergang oben im Restaurant: ich wie immer mit Ginger Lemon Tea und Dino mit Bierchen.

Essen abends auch dort – jeweils ein riesiges Tablett vegetarian Thali. Sogar der enthaltene Nachtisch, den wir eigentlich immer stehen lassen, schmeckt: Gulab Jamun. Dann schaut Dino noch mit einem der Brüder vom Hotel und ein paar anderen Gästen Fußball (Liverpool schlägt Manchester City), während ich im Zimmer schonmal etwas packe und ein bisschen Zeit am Laptop verbringe.

 

An einem Tag stehen wir früh raus, weil wir uns für eine 30km Fahrradtour angemeldet haben. 7.30h ist Treffpunkt ein paar Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Wir sind eine 7-er Gruppe plus 2 Guides Hussein und Ali: eine sehr nette australische Familie aus Newcastle mit zwei Töchtern, ein Engländer aus London und wir beide. Wir radeln recht schnell raus aufs Land, vorbei an einer Base der indischen Armee (inkl. Golfplatz!). Die Landschaft ist recht unspektakulär, aber es ist sehr ruhig und es macht richtig Spaß sich beim Radeln mit den Guides und den anderen zu unterhalten.

Wir kommen vorbei an Kühen, Frauen, die auf dem Kopf Dinge transportieren, an Müll am Wegrand und einem Lager von Arbeitern, die gerade eine enorme und recht häßliche Hotelanlage in die Berge bauen.

Wir halten an einem sehr sauberen See und machen Fotostop. Ein Stück weiter stoppen an einer Straße, wo es ein paar überdachte Bänke gibt – so eine Art lokaler Treffpunkt oder Cafe. Hier sitzen 10-15 Männer und trinken Tee und quatschen. Wir bekommen Chaya und von den Guides mitgebrachten Pecan Pie und genießen die Pause.

Wir radeln weiter vorbei an Reisfeldern und diversen Schulen. Wo auch immer wir langfahren, kommen die Kinder uns entgegengerannt, winken und rufen laut „bye, bye“. Die meisten tragen Schuluniform. Die Guides erklären uns, dass Samstags (heute ist Samstag) teilweise kürzer Schule ist als den anderen Tagen, und dass man deswegen auch nicht zwingend eine Schuluniform tragen muss. Außerdem gibt es auf dem Land ein Projekt, bei dem kontrolliert wird, ob die Mädchen wirklich zur Schule geschickt werden. Häuser, in denen schulpflichtige Mädchen wohnen, werden außen mit einem Kopf mit zwei Zöpfen markiert, so dass tagsüber kontrolliert werden dann, ob sie auch wirklich zur Schule geschickt werden.

Zwischendrin halten wir an einem „Farmhaus“ – also Wochenendhaus von Freunden der Guides an. Das Haus hat einen ganz hübschen Garten, kleinen Pool und es gibt ein paar Tiere: Hähne, Hennen und Küken sowie 2 kleine Lammbabies. Einige angestellte Arbeiter wohnen in einer Art Gartenverschlag und sind auch da. Wir stoppen noch an einem weiteren schönen See mit Promenade, wo am Wochenende die Locals abhängen. Das letzte Stück geht durch enge Gassen und kurz vor mittag sind wir zurück.

Abends besuchen wir die „cultural show“ im Bagore Ki Haweli: diverse Tänze, ein Puppenspieler und eine Frau, die unfassbar viele Töpfe auf ihrem Kopf balanciert. Dann gehen wir essen im White Terrace, einem recht modernen Restaurant auf einer, ja richtig, Dachterrasse.

 

Am letzten Tag genießen wir ein letztes Frühstück auf der Terrasse!

 

Nach dem Check-out laufen wir zum „Millets of Mewar“ zur Cooking Class. Wir kochen zusammen mit Sunny, einem der Besitzer des Restaurants, fünf Gerichte in einer offenen Küche: Millet Aloo Tikki, eine Art Kartoffelpuffer mit ganz tollen Saucen und Gewürzen, vegetable Biryani, Rajasthani Baisan Curry mit Pakoras, Cashew Curry und Palak Paneer. Super ist, dass wir sozusagen die Base-Paste für Curries lernen!

Das Essen schmeckt hervorragend, aber da wir ja schon gefrühstückt haben, haben wir nicht soo viel Hunger und lassen uns die Reste einpacken. Dann hängen wir unten im Café ab für ein paar Stunden. Wir schauen uns noch den Jagdish Temple an. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hindutempeln, die wir gesehen haben, ist dieser sehr schön. Er wurde von einem der Maharadschas von Udaipur vor ca. 400 Jahren gebaut. Zum Abschied von der Stadt holt Dino von einem Straßenstand Chai in einer Plastiktüte und wir genießen ein paar Sonnenstrahlen an der Stufen am Wasser, bevor uns das Taxi zum Flughafen bringt.

4 thoughts on “Udaipur

  1. Coole Fotos und schöner Bericht.
    Hat mich über die Mittagspause gebracht.

    Aber Verena, sag mal, wenn du die Fotos machst und nun auch alle Berichte schreibst, wieso hast du Dino denn überhaupt mitgenommen?

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