Nordinsel: Lake Taupo & Rotorua

Inzwischen sind wir wieder auf der Nordinsel angekommen und nach einem kurzen Zwischenstopp im Kaitoke Regional Park steuern wir Taupo an. Einmal angekommen leihen wir uns Fahrräder und sind kurz darauf schon in der Stadt, denn Dino hat Hummeln im Hintern: heute findet in Taupo der Ironman New Zealand statt! Wir radeln ein Stück an der Strecke entlang und während Dino schonmal zum Zieleinlauf geht, hole ich mir Infos zu möglichen Aktivitäten hier und in Roturua. Auf dem Ironman-Gelände snacken und trinken wir was und radeln dann ein gutes Stück den Berg hoch zum Spa Thermal Park. Dort fließt über mehrere Becken ein Bach, der einer heißen Quelle in der Nähe entspringt, in einer kleinen Bucht in den Huka River, so dass man dort im warmen Wasser baden kann. Im Wasser finden sich sehr viele junge Leute und Backpacker, die auch teilweise auf Luftmatratzen hängen und Bierchen trinken. Es ist irgendwie eine sehr lustige Atmosphäre. Im heißesten Becken ganz oben halten wir es nur ganz kurz auf, weil es wirklich sehr sehr warm ist, aber ein Stück weiter unten ist es sehr angenehm. Immer, wenn es etwas zu warm wird, muss man nur ein paar Meter weiter gehen / schwimmen und schon ist das Wasser kühler.

Nach diesem Abstecher radeln wir wieder zum Ironman und folgen dort noch eine Weile dem Geschehen – Dino hat wieder Blut geleckt und schmiedet schon wieder Pläne für seinen nächsten Triathlon, für den er ja, sobald er wieder zurück ist, wieder trainieren wird. Leider geht Dinos Traum nicht in Erfüllung, dass ihm jemand einfach sein Triathlon-Fahrrad schenkt und wir sehen u.a. einen 82-Jährigen nach ca 12 Stunden ins Ziel laufen, was ich sehr bewegend finde. Er ist jetzt also 3,5km geschwommen, 180km Radgefahren und danach noch einen Marathon gelaufen. Unfassbar, wie viele Leute das hier machen!

Am nächsten Morgen leihen wir uns wieder Mountainbikes und radeln zu den Aratiatia Rapids. Der Moutainbike Trail ist mit Grade 2 (von 5) geratet, und laut der Dame der iSite (so heißen hier die Touristeninformationen) bedeutet das, dass der Weg meist flach ist und ab und zu ein Hügel kommen könnte. Somit hatte ich mir das als Radweg vorgestellt, der etwas bergauf und -ab geht, aber an sich leicht befahrbar und auch durchaus so ca einen Meter breit. Also das stimmt nicht so ganz. Es ist wirklich ein Mountainbike Trail, der meist nur 20-30cm breit ist, im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein geht und durchaus Steigungen hat, die wir nicht schaffen, oder wo ich Schiss habe, herunterzufahren. Zunächst geht es ein gutes Stück durch den Wald, ist kurvig und bergig, aber nach etwa halber Strecke wird es flacher und etwas leichter zu fahren. Unterwegs springt mir auch 2x die Kette ab (laut Dino weil ich falsch schalte…). Der Rückweg auf der anderen Flusseite ist wesentlich flacher und einfacher, hat aber auch mehrere Stellen, die sehr steil sind. Total kaputt kommen wir wieder am Parkplatz an. Diese 15km haben mich echt geschafft! Für Dino war es angeblich kein Problem 🙂

Nachdem wir die Räder an der Unterkunft wieder zurück gegeben haben, gehen wir noch mit Blick auf den See Mittagessen. Nachmittags fahren wir dann los – 45min auf dem „Thermal Explorer Highway“ – zu unserer heutigen Bleibe, einem Campground mit Hot Pools. Wir verbringen den späten Nachmittag in mehreren der Pools, lesen dann noch etwas in der Sonne, snacken inkl. Aperitif, gehen nochmal in die Pools und essen dann erst viel zu spät zu Abend. … Was für ein cooler Tag!

Nach einem frühmorgendlichen Bad in den Hot Pools machen wir uns auf den Weg zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Hier wird täglich um 10.15h ein Geysir zum Sprudeln gebracht, was total überlaufen und touristisch ist – plötzlich sieht man wieder Chinesen, die Busseweise angekarrt werden. Irgendwie ist es aber lustig, diese aufgeregten Leute zu sehen, die minutenlang mit gezückter Kamera da stehen und sich dabei versuchen, immer weiter nach vorne zu drängeln.

Als es 10:14 und 45 Sekunden ist, ist Dino kurz davor laut einen Countdown zu beginnen, aber macht es zum Glück doch nicht (obwohl das garantiert geklappt hätte!). Dafür sagt er aber, als der Geysir gerade losgelegt hat, mehrere Male ganz laut „woooow“ (und klingt dabei so wie sein zweijähriger Neffe), so er nun in Hunderten Handyvideos zu hören ist. Nachdem der Geysir mit dem ersten Mal „spucken“ durch ist (danach geht es noch bis zu einer Stunde weiter), rennen ganz viele Leute zu ihren Autos, um vor den Anderen im Rest des Parks zu sein – das sind ein paar Minuten Autofahrt. Im Themal Park ist es dann wirklich sehr cool, auch wenn es die ganze Zeit nach Schwefel riecht. Man sieht diverse aktive Krater, aus denen Dampf emporsteigt oder in denen es brodelt, dann Seen oder Flüsse mit dampfendem Wasser, dass aufgrund diverser Mineralien ganz verschiedene Farben annimmt: gelb, grau, hellblau, rot … wirklich sehr beeindruckend.

 

Nach einem Käffchen machen wir uns auf den Weg nach Tauranga, wo wir diverse free camping sites ansteuern, bis wir eine sehr schöne direkt am Meer finden finden, auf der noch Platz ist: Fergusson Park. Wir schauen Kitesurfern beim Surfen zu und snacken zum Sonnenuntergang am Tisch vorm Camper und dann kocht Dino wieder einmal köstliches Abendessen.

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